Die Geschichte des Rescheider Ehrenmals
Schon bald nach Ende des Ersten Weltkriegs bestand auch in der Pfarre Rescheid ein großes Bedürfnis, den Kriegsopfern zu gedenken. So wurde die zu Kriegszwecken abgegebene Marienglocke durch die Kriegergedächtnisglocke mit der Inschrift „Den Gefallenen der Pfarre Rescheid 1914 – 1918“ ersetzt.


Nachdem die katholische Kirche 1925 das Christkönigsfest eingeführt hatte, entwickelte Ende der 1920er Jahre Pfarrer Reiner Klein mit der Pfarr- und Zivilgemeinde schließlich die Idee, den Raum vor der Kirche zu verschönern und einen „Christus-König-Platz“ zu gestalten, in Verbindung mit einem Kriegerdenkmal aus zehn schlichten Basaltkreuzen mit den Namen von 31 Gefallenen. Zwischen 1929 und 1931 entstand der im Großen und Ganzen heute noch vorhandene Platz.
An Fronleichnam 1931 wurde das Christ-König-Denkmal eingeweiht. Der bedeutende Kölner Bildhauer Wilhelm Barutzky lieferte die Pläne und schuf die monumentale Statue aus Muschelkalk-Bruchstein. Der Maler und Glaskünstler Hans Zepter gestaltete den Hintergrund mit dem Schriftzug:
,,KOMMET ALLE ZU MIR
DIE IHR MÜHSELIG UND
BELADEN SEID“

Der Altar wurde mit Lavabasaltplatten abgedeckt. Seine Vorderseite erhielt eine Verkleidung aus Gesteinsstücken mit Bleierz- und Bergkristallen aus der Grube Wohlfahrt. Ein Weg führte im Halbrund über den Platz, der als Rasen angelegt wurde.
Über 200 Hainbuchen, 500 Liguster und 15 Rhododendren wurden gepflanzt. Das Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, bestehend aus jeweils fünf Basaltkreuzen links und rechts des Bogens, war bereits am 23. Juni 1930 (Kirmesmontag) eingeweiht worden.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das heutige Kriegerdenkmal selbst zum Kriegsschauplatz. Die Muschelkalkstein-Plastik des Christ-König-Denkmals wurde durch Beschuss beschädigt und später entfernt.
“ 27.II. Morgens gegen ½ 7 beginnt ein fürchterlicher Beschuss. MG-Feuer knattert in Richtung Giescheid.
Wir machen uns zur eventuellen Flucht bereit. Ein Uffz kommt in den Keller mit der Nachricht, dass der Amerikaner aus der Kambach und vom Eckberg kommend Giescheid genommen hat…
28.II. Morgens setzt nach ruhiger Nacht der wahnsinnige Beschuss wieder ein… Dann wird es plötzlich ruhiger…
Am Christ-König-Denkmal liegt ein Toter. In diesem Augenblickführen Soldaten Gefangene ab.
Es sind Amerikaner. So ist also Rescheid in ihrer Hand! Sichernd gehen Stoßtrupps an unserem Haus vorbei, freundlich winkend.“
Pfarrer Johannes Meurer (†) im Februar 1945

1978 erfolgte auf die Initiative von Willy Jütten und Alois Klinkhammer die Umgestaltung des Bogens zu einem Ehrenmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs: Der Altar wurde mit Platten aus Berker Schiefer verkleidet und darauf die Namen der 53 Gefallenen und 12 Ziviltoten in Bronze verewigt.
1987 stiftete Willy Jütten die Abdeckung des Bogens aus Kupferblech.

2018 wurde der Bogen vom Jugendforum 1972 Rescheid e.V. renoviert.
Der Heimatverein Rescheid e.V. stellte 2022 ein im Krieg umgefallenes Basaltkreuz wieder auf und ersetzte zwei im Krieg zerstörte Kreuze.
